Geschichte des Vereins
Entstehung und Geschichte des Bürgerschützenvereins Aulendorf.
Im Jahre 1922, also vor rund 90 Jahren, ging es hoch her beim Gesangverein Aulendorf. Er feierte mit seinen Mitgliedern das erste Schützenfest in Aulendorf. Der erste König war damals Heinrich Tumbrink und er nahm seine Frau Christine Tumbrink zur Königin. Ein Jahr später feierte der Gesangverein Aulendorf dann sein Schützenfest auf dem Hof Gröver. König wurde damals Wilhelm Große Ostendorf und er nahm sich Paula Große Daldrup zur Königin.
In der damaligen verrückten Zeit nach dem 1. Weltkrieg, als die Inflation für „traumhafte“ Preise sorgte, kostete dem König das Schützenfest stattliche 45.000 Mark!

Erinnerungsbild fotografieren.
Reihe unten links: Heinrich Tombrinck, Heinrich Gröver-Thiemann,
Bernhard Uphues, Wilhelm Brockhoff, Franz Dartmann
Mittlere Reihe links: Felix Averkamp, Heinrich Becker, Alfons Mensing
Ludger Lütke-Ostendorf, Josef Wellen-Holtmann, Heinrich Mensing
Obere Reihe links: Wilhelm Lohmann, Wilhelm Große-Ostendorf,
Bernhard Simon, Josef Hölker, Karl Feldmann
Die Mitglieder des Gesangvereins machten damals mit ihren Schützenfesten erst den Anfang einer langen Schützenfesttradition in Aulendorf. Bis 1939 wurde kein Fest ausgelassen. Dann durften nur noch KDF (Kraft durch Freude) Vereine betrieben werden und während der Kriegsjahre gab es eh nichts mehr zu feiern. Es trat eine Pause ein.
Aber schon einige Jahre nach Kriegsende besannen sich einige Aulendorfer auf die schöne Zeit vor dem Krieg. Und schon fand die Idee, das Schützenfest wieder aufleben zu lassen, begeisterte Anhänger.
Es dauerte nicht lange, schon am 18. Juli 1948 war es dann soweit: Die Aulendorfer hatten wieder ihr Schützenfest. Gefeiert wurde auf der Tenne der Witwe Schulte-Lülf. Den Vogel „schoß“ Hubert Averbeck, Aulendorf 42, ab. Seine Königin wurde Hildegard Middendorf.
An diesem Fest nahmen auch die Bockelsdorfer teil. Für die Aulendorfer wurde dieser Tag unvergesslich. Es war wie in alten Zeiten. Und dann stand es eigentlich schon fest: Aulendorf brauchte, nach Ansicht von Max Große Ostendorf, einen richtigen Schützenverein.
Schon vier Tage nach den Feierlichkeiten fand am 22. Juli 1948 die Gründungsversammlung des Bürgerschützenvereins statt. Getagt wurde bei Dartmann unter der Leitung von Karl Blankenburg.

Zum 1. Vorsitzenden wurde der Initiator der Gründungsversammlung Max Große Ostendorf gewählt, zu seinem Stellvertreter Bernhard Uphues. Alle, die sich schon vorher für die Gründung eines richtigen Bürgerschützenvereins, insgesamt 51 Aulendorfer, begeistert zeigten, traten ein. Damit war der Anfang gemacht. Aufnahmegebühren wurden damals nicht erhoben, der Jahresbeitrag auf 2 Mark festgesetzt. Zum Kassenwart und Geschäftsführer bestimmte die Versammlung Karl Blankenburg.
Fünf Jahre lang leitete Max Große Ostendorf den Bürgerschützenverein, bis ihn seine Krankheit, bei der sich keine Aussichten auf Heilung zeigte, dazu zwang, die Führung des Vereins in andere Hände zu legen.
Am 17. Februar 1953 wurde Bernhard Hölker zum 1. Vorsitzenden und Nachfolger von Max Große Ostendorf bestimmt. Max Große Ostendorf erhielt gleichzeitig von der Versammlung den Titel des Ehrenpräsidenten. In 1953 kam auch der Wunsch auf, eine Vereinsfahne zu beschaffen, die dem Verein und seiner Größe würdig ist. Mithilfe des damals unbekannten Stifters (Max Große Ostendorf) konnte dann am 7. Juni 1953 die neue Fahne eindrucksvoll geweiht werden, wozu auch Abordnungen der Nachbarvereine eingeladen wurden.

Zehn Jahre später gab es wieder einen Wechsel an der Führungsspitze: Bernhard Hölker legte am 29. Januar 1963 sein Amt nieder, Josef Rottmann übernahm von da an den Vorsitz. Wegen Arbeitsüberlastung musste auch Josef Rottmann bald sein Amt zu Verfügung stellen.
Die Versammlung wählte am 15. Juni 1968 den dann 19 Jahre amtierenden Walter Große Ostendorf. Unter seiner Regie wuchs der Verein zusehends und 1972 konnte der erste Jugendball stattfinden. Im Jubiläumsjahr 1973 konnte ein großes Schützenfest mit einem umfangreichen Jubiläumsprogramm gefeiert werden. Alle umliegenden Gastvereine und Vertreter von der Stadt und der Kirche wurden eingeladen. Auch das Zelt wurde um eine Zeltbahn vergrößert, um genug Platz zu schaffen.

Am 12. Juni 1987 legte Walter Große Ostendorf aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder und erhielt ebenfalls den Titel des Ehrenpräsidenten.
Gleichzeitig wählte die Versammlung Karl-Heinz Ueding als seinen Nachfolger. Der Verein wuchs weiterhin erfreulich und der 1972 eingeführte Jugendball entwickelte sich zur Freude des Vereins zu einer beliebten Veranstaltung für die junge Bevölkerung aus nah und fern.
In 1995 konnte in Zusammenarbeit mit der „Capellengemeinde Aulendorf“ ein neuer Festplatz hinter der Kapelle gebaut werden. Bisher wurde im Zelt neben dem Uhlenhook gefeiert, wo es in den vergangenen Jahren zu eng wurde. Der Festplatz wurde so ausgelegt, dass deutlich größere Zelte ihren Platz finden können und rundherum Versorgungsleitungen für Strom und Wasser liegen.

Mit dieser Vorbereitung konnte dann ein weiterer Höhepunkt in der Amtszeit von Karl-Heinz Ueding stattfinden, das 50 jährige Jubiläum des Bürgerschützenvereins im Jahr 1998. Das Festprogramm wurde gegenüber dem Jubiläum von 1973 nochmals etwas erweitert und erstmalig fand ein Kaiserschießen in Aulendorf statt. Bernhard Ewering sen. wurde somit erster Kaiser von Aulendorf. Auch alle Nachbarvereine besuchten wieder das Jubiläum und marschierten in einem imposanten Sternmarsch Richtung Festplatz.

Nach 17 Jahren meinte Ueding, es wäre an der Zeit, die Geschicke des Vereins in jüngere Hände zu legen. So wählte die Versammlung am 2. Juli 2004 Max Große Ostendorf (Sohn des Vorgängers von Ueding) als seinen Nachfolger.
In der neunjährigen Amtszeit von Max Große Ostendorf gab es einige grundlegende Änderungen im Verein. Durch die fortschreitende Technik (Mobilfunk, Internet) organisierte sich die Jugend immer mehr in Richtung Discotheken und die Besucherzahlen des sogenannten „Jugendballs“ gingen mehr und mehr zurück, bis er letztlich abgeschafft wurde. Auch die Festfolge wurde von Sonntag und Montag auf Samstag und Sonntag verlegt, um der neuen Realität entgegen zu kommen, denn die Bereitschaft der Schützenfestbesucher, aufgrund der Feierlichkeiten Urlaubstage zu opfern, war stark gesunken.
Im Jahr 2012 wurde entschieden, die Rolle des Festwirts (Organisation, Zelt, Bewirtung, etc.) aus wirtschaftlichen Gründen in die eigenen Hände zu übernehmen, was den Aufwand seitens des Vorstands zwar erhöhte, den wirtschaflichen Erfolg aber verbesserte. Das Zelt kommt seitdem von der Firma Fimpeler Zeltverleih aus Dülmen und mit der Firma Hüppe-Essmann, ebenfalls aus Dülmen, konnte ein langjähriger Getränkehändler gefunden werden. Trotz des Mehraufwands seitens des Vereins konnte wieder ein erfolgreiches Schützenfest gefeiert werden.

Am 21. Juni 2013 gab Max Große Ostendorf sein Amt ab, er hatte die Schwierigkeiten des Vereins gemeistert und mit der Neuorganisation des Schützenfestes die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt. Die Versammlung wählte Christian Ueding (Sohn des Vorgängers von Max Gr. Ostendorf) zum neuen Präsidenten und ernannte Karl-Heinz Ueding zum Ehrenpräsidenten.
Eine erste Amtshandlung des neuen Vorstands zum Schützenfest 2014 bestand leider darin, die noch alte Vogelstange ohne Kugelfang am Hof Arning aufgrund von neuen Amtsvorschriften durch eine mobile Schießanlage mit dem nun erforderlichen Kugelfang zu ersetzen. Die alte Vogelstange wird seitdem nur noch für das Aufsetzen des „Grünen Zweigs“ genutzt, gerät somit aber wenigstens nicht in Vergessenheit.
Im Jahr 2016 tat sich der Bürgerschützenverein mit dem Schützenverein St. Antonius Oberdarfeld und dem Schützenverein St. Anna Höpingen zusammen, um einen gemeinsamen mobilen Kugelfang zu bauen. Somit konnten die hohen Leihgebühren eingespart werden und der Kugelfang wird seitdem für alle drei Schützenfeste verwendet.

In der zwölfjährigen Amtszeit von Christian Ueding wurden viel Geld und Mühen investiert, um das Schützenfest als Event für die Besucher interessanter und attraktiver zu gestalten. Sehr viele Vereinsmitglieder helfen jedes Jahr aktiv bei der Gestaltung und dem Aufbau des Festplatzes und des Schiessplatzes auf dem Hof Arning mit. Der Festplatz wird mit viel Grün und Wimpelketten geschmückt und bunte Strahler lassen das Zelt und das Umfeld in schönen Farben leuchten. Gute, erfolgreiche Bands lassen auf dem Festball die Tanzfläche beben und mit den mittlerweile zwei Musikkapellen (Spielmannszug Billerbeck und Blasorchester Billerbeck) sind auch die Aufmärsche immer ein Erlebnis. Die Besucher- und Mitgliedszahlen geben dem Verein Recht und belohnen die viele Arbeit. Auch die Jugend kann immer mehr für das Schützenfest begeistert werden, was sich auch bei den Neuaufnahmen im Verein abzeichnet.
Im Jahr 2018 konnte die Vereinssatzung überarbeitet und in vielen Punkten zukunftssicher gestaltet werden. Erstmals in der Vereinsgeschichte können nun auch Frauen im Verein Mitglied werden, was glücklicherweise direkt nach der Corona-Pandemie, unter welcher leider die Schützenfeste in 2020 und 2021 ausfallen mussten, von ersten Schützinnen wahrgenommen wurde.

Wie schon für seinen Vater Karl-Heinz Ueding das 50-jährige, war das 75-jährige Jubiläum des Bürgerschützenvereins Aulendorf im Jahr 2023 für Präsident Christian Ueding ein Höhepunkt seiner Amtszeit. Trotz der allgemeinen wirtschaftlich eher angespannten Lage nach der Corona-Pandemie konnte ähnlich wie in 1998 das große Jubiläum gefeiert werden. Den Höhepunkt bildete der Sternmarsch von insgesamt elf Gastvereinen und vier Musikkapellen, die auf der Wiese neben dem Festzelt aufmarschierten, um den Dankesreden und dem darauf anschließenden Kaiserschießen beizuwohnen. Nach seinem Vater Bernhard Ewering konnte hierbei Martin Ewering die Kaiserwürde erringen und ist damit der zweite Kaiser vom Bürgerschützenverein Aulendorf. Zu seiner Kaiserin erwählte sich der neue Regent Katharina Lasogga. Das Jubiläumsfest war ein voller Erfolg und bleibt allen Besuchern hoffentlich noch lange im Gedächtnis.

Am 29. Dezember 2025 legten Präsident Christian Ueding mit seinem Vizepräsidenten Sebastian Lasogga und Kassierer Markus Lüers wie zuvor bereits angekündigt ihre Ämter nieder. Der Vorstand hatte die letzten Jahre gut gewirtschaftet und den Verein erfolgreich für die Zukunft aufgestellt. Als neuer Präsident wurde in der sehr gut besuchten Mitgliederversammlung Sebastian Wessling einstimmig gewählt. Ihn unterstützen Rainer Dapper als Vizepräsident und Lutz Hölker als Kassierer.
Mit den vielen engagierten Mitgliedern und dem neu gewählten Vorstand feiern wir hoffentlich noch lange unser schönes Schützenfest in Aulendorf.